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Tagung in Worms/Rhein-Neckar-Dreieck

CEU-Deutschland: Neue Städtebauorganisation gegründet

Vom 2. bis 4. September 2004 trafen sich 80 Vertreter aus allen Teilen der Bundesrepublik in Görlitz und Zgorzelec zur Gründungskonferenz der deutschen Gruppe einer neuen europäischen Städtebauorganisation, des Council for European Urbanism (CEU) – Deutschland. Vor einem Jahr war in Brüssel die europäische Vereinigung vorbereitet und in Stockholm mit der Verabschiedung einer Charta (Charta von Stockholm) gegründet worden. CEU stellt sich in die Tradition des europäischen Städtebaus.

Ihr Ziel ist die zukunftsgerichtete Transformation von Stadt und Landschaft der Industriegesellschaft in eine postindustrielle Stadtregion – im Rahmen der Erneuerung der bewährten Regeln und Strukturen der überkommenen Stadt. CEU versteht sich als Netzwerk für alle, die an einer Reform des gegenwärtigen Städtebaus in Europa und an der Klärung der Prinzipien wie der Praxis des nachmodernen Städtebaus interessiert sind.

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CEU will Brücken bauen: zwischen den Vertretern der „Zwischenstadt“ und denen der „Europäischen Stadt“. CEU will der weiteren Zersiedlung den Kampf ansagen, will die Innenstädte stärken helfen, will dazu beitragen, die Stadtregion qualifizieren. Dazu bedarf es der Zusammenarbeit von Vertretern unterschiedlicher Professionen. Das unterscheidet CEU von Berufs- und Fachverbänden. So sollen Brücken zwischen Kommunalverwaltungen und Investoren, zwischen Stadt- wie Landschafts-Planern und Bewohnern, zwischen Architekten verschiedener Gestaltungshaltungen, zwischen gestalterischen, sozialen und ökologischen Inititativen und Immobilienwirtschaftlern wachsen.

Konkrete Projekte werden letztlich zeigen, was CEU meint und was Städtebaureform praktisch heißt.. In den Konferenz-Beiträgen aus Berlin (Projekte Klingelhöfer Dreieck/Köbis Dreieck: Hildebrand Machleidt/Susanne Klar), aus Gladbeck (Stadtumbau: Michael Stojan), aus Eggesin (Rückbau von Plattenbausiedlungen: Wolfgang Serbser, Duane Phillips), aus Merseburg (Charrette-Verfahren: Harald Kegler), aus der Region Frankfurt (Verkehrsplanung: Volker Sparmann), aus Kassel (Projekt Unterneustadt: Friedhelm Fischer) oder Stadtregion Rhein-Main-Neckar (Zwischenstadt: Wolfgang Christ) konnte ein erster Eindruck der Ziele der Städtebaureform vermittelt werden. Auch der Stadtumbau von Görlitz, einer der schönsten Städte Deutschlands, Modellstadt des Stadtumbaus und Kandidat für die Kulturhauptstadt Europas 2010, wurde durch den Baudezernenten, Stefan Holthaus, und den Planungsamtsleiter, Lutz Penske, vorgestellt. Quer zu solchen Projekten wurden Grundsatzfragen in den Beiträgen von Ulla Luther (kommunalpolitische Herausforderungen), Harald Bodenschatz (Brückenfunktion des CEU), Johannes Fehse (wertkonservative Haltung des CEU), Frederic Shepperd (Investorenprojekte im Grenzraum), Ulrich Peickert (ökologische Perspektive) und Helmut Holzapfel (urbane Qualitäten) angesprochen. Der Festredner des ersten Tages, Thomas Sieverts, ermunterte zu mehr Grundsätzlichkeit und Deutlichkeit. Die Beiträge von Vertretern anderer Institutionen des Städtebaus unterstrichen die Notwendigkeit einer breiten und vorurteilsfreien Kooperation.

Die deutsche Gruppe des CEU thematisiert die spezifischen Probleme in Deutschland - die Formen und Folgen des „Schrumpfens“ der Städte, den Umgang mit brachgefallenenen großen Stadt- und Industriearealen, die weitere Revitalisierung der Innenstädte, die notwendige Qualifizierung der Stadtregion. Sie sucht den Austausch mit den europäischen Partnern, gerade auch aus den neuen Beitrittsländern zur EU. Das war ein Grund, die Städte Görlitz/Zgorzelec als Tagungsorte zu wählen. Beiden Oberbürgermeistern der „Europastadt“, Ralf Karbaum und Miroslaw Fiedorowicz, wurde eine Anerkennungsurkunde für die herausragenden Leistungen beim Stadtumbau überreicht – verbunden mit einer Unterstützung für die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2010. Beide begrüßten die Initiative zur Gründung von C.E.U. und sicherten ihre Mitarbeit zu. In Görlitz wurde eine den Bedingungen Deutschlands entsprechende Charta unterzeichnet, die sich auf die Charta von Stockholm bezieht. Damit wurde die Diskussion um die Ausgestaltung der Charta eröffnet, nicht abgeschlossen. Bis zum nächsten Treffen im April 2005 in Worms soll dann die endgültige Fassung verabschiedet werden.

Organisiert wurde die Konferenz von einer interdisziplinären Gruppe, die schon vor einem Jahr die europäische Organisation mit aus der Taufe gehoben hatte. Diese vereint Investorenvertreter, Stadt- und Regionalplaner, Architekten und Soziologen. CEU-Deutschland versteht sich ebenso wie die europäische Dachorganisation als offenes Netzwerk, das nicht in Konkurrenz zu bestehenden Berufsorganisationen oder Fachverbänden wirkt. CEU-Deutschland will den Dialog über die vielen Gräben zwischen den Interessengruppen überwinden helfen. CEU-Deutschland will aber vor allem auch konkrete Projekte befördern, die im Sinne der Charta neue Maßstäbe setzen für eine lebenswerte und finanzierbare Stadt-Region. In diesem Sinne rufen die Gründer von CEU-Deutschland alle Interessierten auf, sich in das Netzwerk konstruktiv-kritisch einzubringen.

Weitere Informationen unter: www.ceunet.de

V.i.S.d.P. Dr. Harald Kegler

Kontakt: harald_kegler[at]yahoo.com www.dr-kegler.de 
Telefon: 0340-6612368, Fax: 0340-6612369, H: 01785421812
Weiterer Ansprechpartner: Duane Phillips, dp-arch[at]gmx.de
Telefon: 030-2693293, Fax: 030-26932959

 

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